Dies ist eine kleine Liste an Tipps und Tricks, die euch den ewigen Kampf zwischen Gewicht und Komfort etwas erleichtern sollen. Ihr dürft eure eigenen Erfahrungen gerne hinzufügen.
Wenig Gewicht ist immer schön. Aber wer kennt diese Augenblicke nicht: Man baut sein Zelt auf und richtet sich sein Nachtlager ein und stellt dann fest, dass man etwas wichtiges vergessen hat. Dann ist der Moment für den MacGyver in uns gekommen: Improvisieren heisst das Zauberwort.
Mit ein paar kleinen, praktischen Helfern und minimalem Aufwand lässt sich das Leben in der Natur deutlich angenehmer gestalten.

Outdoor Tipp # 1
Gesunder Schlaf ist wichtig. Dafür braucht man vor allem Wärme. Der richtige Schlaf im Schlafsack ist das A & O. Wer sich keinen teuren und leichten Daunenschlafsack leisten möchte, der kann mit ein paar Regeln das letzte aus seinem Schlafsack rausholen. Zuerst ist dafür die richtige Stelle für das Nachtlager wichtig. Möglichst windgeschützt und nicht im Tal übernachten ist schon mal ein guter Anfang. Im Tal sammelt sich die kalte Luft. Thermounterwäsche hilft außerdem dabei, dass der Körper nicht zu schnell auskühlt. Dicke Socken und eine Mütze solltest du auch unbedingt dabei haben. Der Körper verliert über den Kopf am meisten Wärme. Eine gute Isomatte ist unverzichtbar. Die meiste Wärme verschwindet sonst über den Boden. Bei kaltem Wetter also im Zweifel eine etwas dickere Isomatte mitnehmen. Bei starkem Wind die Sturmschnüre des Zelts unbedingt gut abspannen und die Heringe im 45 Grad Winkel zum Zelt in den Boden stecken. Den Zelteingang am besten so platzieren, dass er vom Wind wegzeigt.

Outdoor Tipp # 2
Als Kopfkissen eignet sich der Packsack des Schlafsacks ganz hervorragend. Einfach einen dicken Pullover oder die Daunenjacke hineinstopfen, fertig ist das Kissen.

Outdoor Tipp # 3
Wer keinen geraden Untergrund findet, rutscht ständig von der Isomatte. Das ist alles andere als komfortabel und stört den Schlaf. Für mehr Grip sorgen zum Beispiel Anti-Rutsch-Aufkleber oder -Matten für die Badewanne.

Outdoor Tipp # 4
Wenn die Blase drückt, solltest du dich möglichst schnell dazu aufraffen deinen gemütlichen Schlafsack zu verlassen und dich zu erleichtern. Ansonsten verbraucht dein Körper zu viel Energie, um das Urin auf Temperatur zu halten. Außerdem sorgt eine volle Blase nicht gerade für mehr Komfort.

Outdoor Tipp # 5
Eine Stirnlampe ist meist effektiver als eine Taschenlampe. Dadurch hast du im Dunkeln beide Hände frei. Platziere deine Lampe griffbereit neben dir im Zelt. Praktisch sind auch phosphoreszierende Aufkleber an wichtigen Gegenstände, damit du sie im Dunkeln schneller findest.

Outdoor Tipp # 6
Um in jeder Situation schnell ein Feuer machen zu können, solltest du dir vor deiner Tour ein paar wichtige Werkzeuge besorgen und anfertigen. Ein Magnesiumstab sorgt mit etwas Übung schnell für den richtigen Funken. Dafür benutzt du am besten den Rücken deines Messers und ziehst den Stab in voller Länge darüber ab. Damit der Funken zur Flamme wird, kannst du dir im Vorfeld ganz einfach etwas Zunder basteln. Dafür eignet sich zum Beispiel in Petroleum getränkte Watte, die du in wasserdichten Filmdosen transportieren kannst. Ein paar trockene Sägespäne oder faseriges Holz sind gut, im Zweifel hilft aber auch Birkenrinde. Die brennt auch, wenn sie feucht ist. Um dem Feuer Leben einzuhauchen, kann man zum Beispiel Ersatzgestänge oder Flickhülsen vom Zelt benutzen. Dadurch kann man sehr konzentriert und dosiert Luft an die Glut bringen.

Outdoor Tipp # 7
Wenn du nasse Schuhe bekommen hast, kannst du am Lagerfeuer ein paar Steine erhitzen und diese dann über Nacht in die Schuhe legen. Das hilft dir dabei am nächsten Tag wieder mit trockenen Füssen weiterlaufen zu können.

Outdoor Tipp # 8
Das benutzte Geschirr vom Abendessen am besten über Nacht vor dem Zelt stehen lassen. Dann ist es am nächsten Morgen schön eingeweicht und lässt sich besser reinigen. Aber Achtung bei dem Besteck. Mir wurde schon ein Löffel von einer diebischen Elster gestohlen.

Outdoor Tipp # 9
Vor der Tour solltest du dir die Gegend auf einer Karte ansehen und dir markante Punkte einprägen und ein paar Notfallszenarien und Fluchtpunkte ausdenken. Kompass und Karte sind wichtig. Aber man muss auch damit umgehen können.

Outdoor Tipp # 10
Nimm dir etwas Panzer-/Ducktape mit. Damit lassen sich schnell und umkompliziert Reparaturen durchführen. Sei es ein Loch im Zelt oder Rucksack, oder eine Schuhsohle, die sich gelöst hat.

Outdoor Tipp # 11
Überlege dir vor deinem Trip ganz genau, was du wirklich mitnehmen musst, und worauf du verzichten kannst. Viel Gewicht kostet viel Energie und macht weniger Spaß. Die schwersten Ausrüstungsgegenstände sind in Schlafsack, Zelt und Rucksack. Hier kannst du schon anfangen mehrere Kilo einzusparen. Muss es der schwere Winterschlafsack sein, oder reicht ein leichteres Modell. Wenn Du alleine unterwegs bist, reicht vielleicht ein Tarp statt eines Zelts? Brauchst du wirklich den großen Rucksack, oder kannst du so viel Gepäck sparen, dass es auch eine Nummer kleiner tut? Darüber hinaus kannst du auch bei kleinen Ausrüstungsgegenständen eine Menge Gewicht einsparen. Der Klassiker ist die abgesägte Zahnbürste. Das mag albern klingen, aber in der Summe kann sich das rechnen. Statt kompletten Campingbesteck reicht meist auch ein Löffel. Ein Taschenmesser hat man ja sowieso dabei.
Eine Rettungsdecke wiegt fast nichts, kann aber in einer kalten Nacht den dünnen Schlafsack in einen warmen Schlafsack verwandeln. Gewürze kann man vorher in kleine Plastikbehälter abfüllen oder du besorgst dir Salz und Zucker von Coffee-To-Go Läden und Fast-Food-Ketten.
Gefrierbeutel mit Zipper-Verschluss sind hervorragend, um Lebensmittel und Elektronik wasserdicht und mit kleinem Packmaß zu verstauen.